Spielregeln

Eisstockschießen ist eine Sportart mit viel Tradition und ein Sport, der auf Eis oder anderen Bahnen, wie Asphalt oder Kunststoff, mit einem zum Gleiten gebrachten Eisstock  betrieben wird. Der Eisstock besteht aus dem Stockkörper, verschiedenen Laufsohlen und dem Stiel. Der Stockkörper hat ein zulässiges Gewicht bis 3,8 kg.

Auf Eis sind die Laufsohlen - auch Platten genannt -   aus Gummi und auf Asphalt aus Kunststoff. Je weicher die Mischung der Platte, desto langsamer läuft der Eisstock. Je nach Aufgabenstellung wird der Eisschütze eine langsame Platte (zum Daubenmaß setzen) oder eine schnelle Platte auf den Eisstock aufziehen (zum Abschießen eines Gegnerstockes). 

Zur Ausrüstung eines Eisstockschützen gehören vor allem feste Winterschuhe mit einer rutschfesten Gummisohle oder stabile Turnschuhe (für Asphalt). 

Für die optimale Handhabung sind wichtig: 
· ein fester und sicherer Stand zum Abstoßen auf dem sogenannten Abspielpunkt,
· ein harmonisches Schwingen mit der Arm- und Wurfhand,
· bei der Abgabe des Schusses das Abdrücken mit dem Standbein und der gleichzeitige Ausfallschritt mit dem vorgestellten Bein.

Im Gegensatz zum Kegeln oder Bowling - auch verwandte Sportarten - gibt es keinen Anlauf und auch keinen Auslauf.
Es gibt den Mannschaftswettkampf und das Zielschießen als Einzelwettbewerb.
 Beim Mannschaftswettkampf ist das Eisstockspiel ein Wettkampf von jeweils zwei Mannschaften gegeneinander, bei dem es um die Beststellung (kürzeste Entfernung) der Stöcke der eigenen Mannschaften zum Ziel - Daube genannt - geht. Das Ziel ist die  Daube - ein kreisrunder Hartgummi-Puck mit 12 cm Durchmesser. Das Zielfeld misst 3 mal 6 Meter und ist ca. 24,5 Meter vom Abspielpunkt des Spielers entfernt.



Daube

 Wird die Daube aus dem Zielfeld geschossen, so wird sie wieder auf das Mittelkreuz des Zielfeldes gelegt, auf dem sie zu Beginn des Spiels und zu Beginn jeder Kehre dieses Spiels zu liegen hat. Eine Kehre ist ein Teilabschnitt des Spiels. 

Das Bestreben, mit dem eigenen Stock möglichst nahe an die Daube zu bringen, kann erreicht werden, indem der Schütze versucht, seinen Stock näher zur Daube zu schiessen, als der Gegner oder den gegnerischen Stock weg zu schiessen oder die Lage der Daube mit dem gespielten Stock durch Bewegen im Zielfeld günstig (für die eigene Mannschaft) zu verändern. Eine Mannschaft besteht aus 4 Spielern, von denen jeder pro Kehre einen Schuss mit seinem Eisstock vom Anspielpunkt ohne Anlauf in das Zielfeld abgeben muss. Eine Mannschaft besteht aus vier Spielerinnen oder Spielern. 
Gezählt wird in "Stockpunkten". Wer gewinnen will, muss die Stöcke der gegnerischen Mannschaft verschieben oder wegschießen. Ein Spiel hat 6 Kehren (Teilabschnitte), die jeweils dann beendet sind, wenn beide Mannschaften in einer Schussrichtung alle Stöcke gespielt haben und das Ergebnis von den Spielführern festgestellt ist. Eine Mannschaft schießt die 1. Kehre an, dann die 3. und 5., während die gegnerische Mannschaft die 2., 4. und 6. Kehre anschießt. Hat ein Stock der anschießenden Mannschaft das Zielfeld erreicht und bleibt in diesem stehen, dann wird von der gegnerischen nachgeschossen. In der Folge muss dann eine Mannschaft so lange nachschießen, bis die Best-Stellung eines ihrer Stöcke zur Daube erreicht ist. Gleiche Entfernung gegnerischer Stöcke zur Daube ergibt noch keine Best-Stellung und gilt bei Kehrenende als unentschieden. Wenn ein Spieler so schießt, dass alle Stöcke das Spielfeld verlassen, muss ein Spieler seiner Mannschaft nachschießen. Jede Mannschaft muss bemüht sein, zumindest einen eigenen Stock am nächsten an der Zielscheibe zu platzieren. 
Zur Wertung zählt der der Daube nächststehende Stock 3 Punkte. Jeder weitere Stock der gleichen Mannschaft, der ebenfalls näher zur Daube steht als der best-stehende Stock des Gegners, erhält 2 weitere Punkte. Insgesamt sind also von einer Mannschaft pro Kehre maximal 3 + 2 + 2 + 2 = 9 Punkte zu erzielen. Der oder die Stöcke des Gegners erhalten in dieser Kehre keine Punkte. Bei gleicher Entfernung gegnerischer Stöcke zur Daube werden für diese Stöcke keine Punkte vergeben. Der Spielsieger ist diejenige Mannschaft, die in den 
6 Kehren die höhere Stockpunktsumme erreicht. Bei gleicher Stockpunktsumme für beide Mannschaften endet das Spiel unentschieden.


Das Zielschiessen




Das Zielschießen ist ein Einzelwettbewerb, bei dem der Spieler mit 24 konzentriert abgegebenen Schüssen in das Zielfeld bestimmte Aufgaben mit seinem Stock zu erfüllen hat. Der Spieler steht dabei auf der Abschussstelle, die 24,5 Meter von der Zielfeldmitte entfernt ist. 6mal muss der Spieler seinen Stock in Zielringe schiessen, die um die
 Zielfeldmitte aufgezeichnet sind. Der Stock des Spielers soll möglichst im Zentrum der 
Zielringe stehen bleiben. 4 Schüsse werden auf Zielstöcke abgegeben, die in verschiedenen Positionen im Zielfeld stehen und aus diesem hinausgeschossen werden 
müssen, wobei der Stock des Spielers im Zielfeld verbleiben soll. Mit 2 Schüssen müssen 4 Zielstöcke aus ihren Positionen weggeschossen werden. 6mal muss der Stock des Spielers in die hinteren Ecken des Zielfeldes in Zielringe platziert werden und 6mal muss der Spieler mit Kombinations- und Stockschüssen bestimmte Aufgaben im Zielfeld erfüllen.
Die einzelnen Schüsse werden je nach Aufgabe mit unterschiedlicher Anzahl von Punkten bewertet. Maximal sind 200 Punkte zu erreichen. Viel Gefühl, genaues Anvisieren und präzises Spiel sind zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlich.